Symbolbild

Schliersee - Am Mittwoch, den 08.04.2026, ging gegen 14:15 Uhr bei der Integrierten Leitstelle Rosenheim ein Notruf ein: Passanten meldeten ein gekentertes Tretboot im nördlichen Bereich des Schliersees. Nach ersten Angaben befanden sich vier Kinder an Bord, von denen zwei zeitweise nicht mehr an der Wasseroberfläche gesehen wurden.

„Ausgehend von einer solchen Meldung wird umgehend eine standardisierte Rettungskette in Gang gesetzt“, erklärt BRK-Kreisgeschäftsführer Simon Horst. „Insbesondere die Annahme, dass sich Personen unter Wasser befinden könnten, erfordert ein umfangreiches personelles und materielles Aufgebot aller Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben.“

Die Integrierte Leitstelle Rosenheim alarmierte daraufhin zahlreiche haupt- und ehrenamtliche Einsatzkräfte. Neben vier Rettungswagen und zwei Notärzten wurden insbesondere Wasserretter und Rettungstaucher der Wasserwacht hinzugezogen, die in solchen Lagen die Suche und Rettung im Wasser übernehmen.

Parallel dazu waren weitere Organisationen im Einsatz: Feuerwehren unterstützten bei der Suche sowie bei logistischen Maßnahmen an Land. Der Rettungsdienst – sowohl boden- als auch luftgebunden – stellte die schnelle medizinische Versorgung sicher. Der Einsatzführungsdienst koordinierte sämtliche Maßnahmen und sorgte für eine reibungslose Abstimmung zwischen den beteiligten Einheiten. Zusätzlich wurden Kräfte zur Absicherung der Einsatzstellen und zum Schutz der eingesetzten Helferinnen und Helfer bereitgestellt.

„Gerade Einsätze im Wasser stellen für unsere Einsatzkräfte eine besondere Herausforderung dar“, erläutert Ferdinand Dörder, Technischer Leiter der Kreiswasserwacht und verantwortlicher Einsatzleiter. „Das Tauchen unter solchen Bedingungen ist mit erheblichen Risiken verbunden. Deshalb treffen wir auch umfassende Vorkehrungen, um im Ernstfall die Sicherheit unserer eigenen Kräfte zu gewährleisten.“

Insgesamt waren 35 Einsatzkräfte der Wasserrettung, 13 hauptamtliche Kräfte des Rettungsdienstes, 22 ehrenamtliche Helferinnen und Helfer aus dem Katastrophenschutz sowie acht Führungskräfte im Einsatz. Unterstützt wurden sie durch Kräfte der Feuerwehr und der Polizei.

Der Einsatz nahm letztlich einen glücklichen Verlauf: Alle vier Kinder konnten sich eigenständig beziehungsweise mit Unterstützung von Passanten ans Ufer retten. Es wurde niemand verletzt oder vermisst. Der Einsatz konnte nach rund 45 Minuten beendet werden.

Gleichwohl verdeutlicht das Ereignis die Leistungsfähigkeit des regionalen Hilfeleistungssystems. „Haupt- und Ehrenamt arbeiten Hand in Hand. Regelmäßige Ausbildung und gemeinsame Übungen schaffen Vertrauen und ermöglichen ein effektives Zusammenwirken aller Beteiligten“, so Horst. „Unser gemeinsames Ziel ist es, Leben zu schützen und Sicherheit zu gewährleisten.“

Benedikt Dörder, Fachbereichsleiter für Ehrenamt und Katastrophenschutz beim BRK-Kreisverband Miesbach, ergänzt: „Das Hilfeleistungssystem in Deutschland basiert in hohem Maße auf dem Engagement ehrenamtlicher Helferinnen und Helfer. Um diese wichtige Arbeit langfristig zu sichern, sind auch entsprechende finanzielle Rahmenbedingungen erforderlich.“

Das Bayerische Rote Kreuz lädt interessierte Bürgerinnen und Bürger ein, sich ehrenamtlich zu engagieren oder die Arbeit der Hilfsorganisationen durch Spenden oder Fördermitgliedschaften zu unterstützen.

Kontakt für Interessierte:
BRK-Kreisverband Miesbach
Fachbereich Ehrenamt und Katastrophenschutz
E-Mail: ehrenamt.kvmb(at)brk(dot)de
Telefon: 08025 / 2825-52

Spendenkonto:

Bayerisches Rotes Kreuz

Kreissparkasse Miesbach-Tegernsee
IBAN: DE78 7115 2570 0000 0241 90 
 

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