
Passend zum Beginn der Badesaison starten am Wochenende auch die bayerischen Pfingstferien. Meteorologen sagen für die ersten Ferientage freundliches und überwiegend sonniges Wetter mit angenehmen Temperaturen voraus. Die WASSERWACHTEN im Landkreis Miesbach rechnen deshalb bereits in den ersten Ferientagen mit einem deutlich erhöhten Besucheraufkommen an den beliebten Gewässern der Region.
Insbesondere der Schliersee und der Tegernsee zählen während der Ferienzeit zu den beliebtesten Ausflugszielen im Oberland. Neben Badegästen werden zahlreiche Stand-Up-Paddler, Segler, Ruderer, Tretbootfahrer und Tagesausflügler erwartet. Erfahrungsgemäß führt die Kombination aus Ferienbeginn, schönem Wetter und einem hohen Freizeitaufkommen auch zu einem erhöhten Einsatzgeschehen für die Wasserrettungsorganisationen und den Landrettungsdienst.
Ob am Schliersee, Tegernsee, Spitzingsee oder an den zahlreichen kleineren Gewässern der Region – die Badesaison beginnt, und mit ihr startet auch für die ehrenamtlichen Wasserretterinnen und Wasserretter eine besonders intensive Zeit des Jahres. Die Wasserwachten im Landkreis Miesbach haben ihre Vorbereitungen abgeschlossen und stehen für die kommende Saison bereit.
„Unsere Einsatzkräfte sind bestens ausgebildet, die Boote und Einsatzmittel überprüft und die Wachstationen vorbereitet. Wir freuen uns auf eine hoffentlich sonnige und unfallfreie Saison“, erklärt Simon Horst, Kreisgeschäftsführer des Bayerischen Roten Kreuzes im Landkreis Miesbach.
Gleichzeitig appellieren die Verantwortlichen an alle Badegäste, Wassersportler und Erholungssuchenden, die Gefahren im und am Wasser nicht zu unterschätzen.
Seen sind Naturgewässer – und keine Freibäder
Was viele Badegäste vergessen: Die Seen im Oberland sind Naturgewässer mit besonderen Risiken. Kalte Wassertemperaturen, plötzliche Wetterumschwünge, starke Winde oder gesundheitliche Probleme können innerhalb weniger Minuten lebensbedrohliche Situationen entstehen lassen.
Besonders zu Beginn der Saison sind die Wassertemperaturen häufig noch deutlich niedriger als die Außentemperaturen vermuten lassen. Selbst an warmen Tagen liegen die Temperaturen in größeren Tiefen vieler Seen oft nur im einstelligen Bereich.
„Ein Sprung ins kalte Wasser kann zu gesundheitlichen Problemen führen. Kreislaufprobleme, Atemnot oder Muskelkrämpfe sind mögliche Folgen. Deshalb sollte man sich langsam an die Wassertemperatur gewöhnen und niemals überhitzt ins Wasser springen“, erläutert Thomas Schaffarzyk, Stv. Vorsitzender der Kreiswasserwacht.
Auch vermeintlich geübte Schwimmer können in Schwierigkeiten geraten. Wind und Wellen erschweren die Orientierung, während Erschöpfung oder gesundheitliche Probleme schnell zu einer Notsituation führen können.
Stand-Up-Paddling und Freizeitboote: Beliebte Hobbys mit Risiken
In den vergangenen Jahren hat insbesondere der Wassersport auf den Seen stark zugenommen. Stand-Up-Paddling, Kajakfahren und Freizeitboote gehören inzwischen zum gewohnten Bild auf Schliersee und Tegernsee. Dabei kommt es immer wieder zu Einsätzen, die vermeidbar wären. So lösten herrenlos auf dem Schliersee treibende SUP-Boards im Sommer 2025 einen größeren Wasserrettungseinsatz aus. Da zunächst nicht ausgeschlossen werden konnte, dass Personen im Wasser in Not geraten waren, wurden zahlreiche Einsatzkräfte alarmiert. Erst später stellte sich heraus, dass die Boards nach ihrer Nutzung unzureichend gesichert worden waren.
Die Wasserwacht empfiehlt daher dringend:
Schnelles Handeln rettet Leben
Wie wichtig Aufmerksamkeit und ein rechtzeitiger Notruf sind, zeigen zahlreiche Einsätze der vergangenen Jahre.
Immer wieder werden Wasserretter zu Vermisstensuchen alarmiert, nachdem Badegäste oder Angehörige Personen nicht mehr gesehen werden können. Die Einsatzkräfte betonen, dass solche Notrufe ausdrücklich erwünscht sind. Im Zweifel gelte immer: Lieber einmal zu viel die 112 wählen als einmal zu wenig.
Simon Horst erinnert an die Bedeutung einer schnellen Alarmierung:
„Niemand muss Angst haben, einen Notruf abzusetzen. Wenn Menschen im Wasser vermisst werden oder sich Sorgen um Angehörige machen, zählt jede Minute. Unsere Einsatzkräfte prüfen die Lage professionell und können im Ernstfall sofort helfen.“
Die Erfahrungen der vergangenen Jahre zeigen, dass gerade die frühe Meldung eines möglichen Notfalls häufig entscheidend für den Einsatzerfolg ist. Vermisstensuchen auf Seen binden innerhalb kürzester Zeit zahlreiche Kräfte von Wasserwacht, DLRG, Feuerwehr, Rettungsdienst, Polizei und teilweise auch Hubschrauberbesatzungen.
Sicherheit beginnt bereits am Ufer
Nicht alle Unfälle ereignen sich unmittelbar im Wasser. Rutschige Stege, alkoholbedingte Stürze, gesundheitliche Notfälle oder Überanstrengung führen regelmäßig zu Rettungseinsätzen.
Besonders Familien mit Kindern sollten deshalb einige Grundregeln beachten:
Gerade Gewitter stellen auf Seen eine erhebliche Gefahr dar. Blitzeinschläge können über große Wasserflächen wirken und Menschen auch in größerer Entfernung treffen.
Ehrenamt mit großer Verantwortung
Hinter der Sicherheit an den Seen stehen zahlreiche Ehrenamtliche. Die Wasserwachen im Landkreis Miesbach leisten jedes Jahr viele tausend Stunden Ausbildungs-, Wach- und Einsatzdienst. Bereits Monate vor Beginn der Saison werden Einsatzübungen durchgeführt, Boote gewartet und Rettungsschwimmer ausgebildet.
Erst Anfang 2026 trainierten Einsatzkräfte der Wasserwacht gemeinsam mit Feuerwehr und weiteren Rettungsorganisationen erneut die Rettung am Schliersee und am Tegernsee, um auch auf außergewöhnliche Einsatzlagen vorbereitet zu sein. „Unsere ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer investieren einen großen Teil ihrer Freizeit für die Sicherheit anderer Menschen. Darauf können wir im Landkreis Miesbach stolz sein“, betont Simon Horst. „Ob Wachdienst an heißen Sommertagen, Rettungseinsatz bei Sturm oder Ausbildung unserer Jugendgruppen – die Wasserwacht ist rund um die Uhr einsatzbereit. Dafür gilt allen Ehrenamtlichen großer Dank und Anerkennung.“
Gemeinsam für eine sichere Badesaison
Die Wasserwachten im Landkreis Miesbach wünschen allen Bürgerinnen und Bürgern sowie den zahlreichen Gästen aus Nah und Fern eine sonnige, erholsame und vor allem sichere Badesaison 2026.
Der wichtigste Wunsch der Rettungskräfte ist dabei einfach:
„Genießen Sie unsere wunderschönen Seen, respektieren Sie die Natur und beachten Sie die Baderegeln. Dann steht einem unbeschwerten Sommer nichts im Wege.“
Und falls doch einmal Hilfe benötigt wird, gilt rund um die Uhr:
Notruf 112 – europaweit und kostenlos.
Ihre Sicherheit ist unser Anliegen! Dafür setzen sich hunderte Ehrenamtliche ein. Unterstützen auch Sie die Arbeit der ehrenamtlichen Rettungsschwimmer mit einer Fördermitgliedschaft oder einer Spende.
Spendenkonto:
IBAN: DE78 7115 2570 0000 0241 90
KSK Miesbach-Tegernsee
Zweck: Wasserwachten